Buch der Woche: OPERATION TIEFER DORN

Buchempfehlung von Militärstratege Lukas BITTNER

Der politisch‑militärische Thriller von Matthias Vetsch zeichnet eine sehr plausible Krisenlage in Europa und bietet gerade für das Bundesheer viele Anknüpfungspunkte. Die Handlung setzt nach einem russischen Sieg über die Ukraine ein. Moskau versucht, seinen Einfluss nach Mitteleuropa auszudehnen, ohne den offenen Konflikt mit NATO und EU zu riskieren. Dreh‑ und Angelpunkt ist ein älteres Planspiel eines russischen Offiziers mit dem Titel „Tiefer Dorn“, das nun zur realen Operationsskizze wird.

Bittner schreibt zudem:

Brisant aus österreichischer Sicht: Österreich tritt aus der EU aus, schließt sich einer „Budapester Koalition“ an, woraufhin plötzlich russische Panzer an der österreichisch‑schweizerischen Grenze stehen. Die Schweiz, über Jahrzehnte sicherheitspolitisch bequem geworden, muss feststellen, dass Waffen, Munition und Material fehlen. Eine geplante Übung im Rheintal wird über Nacht zum scharfen Einsatz, mit dem Ziel, durch einen riskanten Auftrag Zeit zu gewinnen und einen Angriff abzuschrecken.

Stilistisch ist der Roman gut lesbar, fachlich fundiert und erinnert in der Anlage eher an Tom‑Clancy‑ oder Marc‑Elsberg‑Stoffe, aber konsequent auf den Raum Schweiz und Mitteleuropa bezogen. Für Berufs‑ und Milizsoldaten in Österreich ist „Operation Tiefer Dorn“ damit mehr als Unterhaltung: Der Roman eignet sich als Denkanstoß für die Diskussion über die Zukunft der Landesverteidigung und Eintrittswahrscheinlichkeit von Krisenszenarien.

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